„Fülle von nicht abschätzbaren Risiken“

Landesverband der Bergbaubetroffenen kämpft gegen Flutung der Bergwerke

KREIS SAARLOUIS Die RAG habe Fakten geschaffen zur weiteren Flutung der saarländischen Bergwerke, äußert sich der Landesverband der Bergbaubetroffenen IGAB in einer Stellungnahme: „Mit Vorlage des Antrages zur vollständigen Flutung der Gruben an die bergrechtlich zuständigen Behörden will die RAG die weitere Flutung der saarländischen Kohleabbaugebiete bis 2035 vorantreiben“.

Aus Sicht des Landesverbandes ist die Flutung mit hohen Risiken verbunden, was bereits in der ersten Infoveranstaltung im Jahr 2014 in Nalbach dargestellt worden sei.

„Mit dem Datum 15. Januar 2018 hat die RAG uns ein finales Datum für die Wahrung unserer berechtigten Einwendungen gegen die Flutung der Bergwerke im Saarland gesetzt. Es ist höchste Zeit, dass die Bevölkerung dies registriert und entsprechend jeder seine Einwendung geltend macht“, so Manfred Reiter, Sprecher des LV der Bergbaubetroffenen im Saarland.

Entscheidend ist aus Sicht des Landesverbandes auch der Umstand, dass bis zu 600000 Menschen, sowie viele Unternehmen im Einzugsgebiet betroffen sind.

Dies soll, so die IGAB, die größte, eine in dieser Form noch nie da gewesene Flutung eines Bergbaugebietes werden: „760 Quadratkilometer im Saarland sollen von der RAG zu einem Versuchsfeld für Grubenflutungen gemacht werden. Ob dies den Tatbestand des Gemeinschadens erfüllt?“

Die Flutung, wie sie von der RAG im Saarland vorgesehen sei, berge eine Fülle von nicht abschätzbaren Risiken: Hebungen, Senkungen, Erdbeben, unnatürliche Freisetzung von Radon- und Methangas und gefährlicher Stoffe wie PCB und Asbest.

Das größte Problem ist nach Ansicht des Landesverbands die Gefahr der Trinkwasserverschmutzung mit Grubenwasser und die Belastung der Flüsse und Bäche, in die das Grubenwasser eingeleitet wird.

„Mensch, Natur und Umwelt passen nicht in das Flutungskonzept der RAG“, so Manfred Reiter .

Der Landesverband will mit Aktionen („Wer zahlt die Zeche“) Druck machen auf die saarländische Politik und die Bevölkerung dazu aufrufen, persönliche Einwendungen gegen die Flutung zu formulieren.

„Die Bergbaugeschädigten, und dazu zählen auch Gewerbebetriebe und Kommunen, müssen wissen, dass nur wer jetzt seine Einwendungen geltend macht, noch im Verfahren bleibt“ so Michael Schneider vom Landesverband.

Die Risiken seien nicht abschätzbar, schon gar nicht in deren langfristige Wirkung. Die Forderung des Landesverbandes der Bergbaubetroffenen ist glasklar: „Keine Genehmigung der weiteren Flutung – Pumpen an! Die Gelder liegen bei der Stiftung. Diese Gelder müssen dafür ausgeben werden, wofür die Mittel von der öffentlichen Hand geflossen sind. Pumpen!“ red./am

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