Erwachsenenbildung nach der Synode

Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg bei der KEB Saar in Wallerfangen

WALLERFANGEN Die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) im Saarland hat bei ihrer diesjährigen Mitgliederversammlung in Wallerfangen nicht nur auf das vergangene Jahr zurückgeblickt, sondern auch in die Zukunft. Zu Gast war Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg, der über die Umsetzung der Bistumssynode sprach und auf die Rolle der KEB in diesem Prozess einging.

Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter seien aufgefordert, auf die Menschen in ihren alltäglichen lebensweltlichen Zusammenhängen zuzugehen und nach Möglichkeit neue Orte und Formate der Begegnung und Bildung zu entwickeln, sagte der Generalvikar.

Grundfragen der Menschen

Bisher sei vom System, der Institution Kirche her gedacht worden. Das Synodendokument verlange, „sich an den Grundfragen der Menschen zu orientieren und sie im Lichte des Evangeliums zu deuten“. Das heiße, „sich mit den Lebenswelten und aktuellen Lebensweisen zu beschäftigen“, und zwar nicht nur der Menschen, die sowieso im kirchlichen Rahmen aktiv seien. Deshalb müsse gefragt werden: „Wozu sind wir Kirche?“ und nicht so sehr „Wer sind wir als Kirche?“ Im Synodendokument sei dazu die Sozialraumorientierung „als Handlungsprinzip verbindlich zugrunde gelegt“.

Die KEB und die Familienbildungsstätten sollten sich also den Lebens- und Sozialräumen verpflichtet fühlen. „Den Menschen dort abholen, wo er ist, heißt ja nicht, dort stehen zu bleiben“, betonte von Plettenberg. Es sollten gemeinsame Wege beschritten werden.

Pfarrei der Zukunft

Die jetzt beginnende Erkundungsphase der Synode diene dazu, solche Wege zu finden. Bistumsweit seien zehn „Erkundungsteams“ jeweils zu dritt unterwegs, denen Hauptamtliche der pastoralen Dienste und der Caritas sowie weitere Personen angehörten. Die Pfarrei der Zukunft solle ein Netzwerk ausgestalten, so der Generalvikar.

„Da steht nichts ausdrücklich von Erwachsenenbildung drin, das könnte man gegebenenfalls hinzufügen“, sagte von Plettenberg.

Horst Ziegler, Vorsitzender der KEB Saar, ermunterte dazu, die KEB solle sich vor Ort in den Erkundungsprozess einschalten, im Sinne der Sozialraumorientierung Netzwerke bilden und wie bisher haupt- und nebenamtliche Mitarbeiter fortbilden. Es sei auch denkbar, griff der Generalvikar eine Anregung einer Teilnehmerin auf, dass Familienbildungsstätten auf Dörfer gingen oder in Neubaugebiete, wo Familien sind.

Ralf Dewald, Studienleiter der KEB Saar, legte den Jahresbericht für das vergangene Jahr vor.

KEB Bilanz

Die KEB Saar hat 2016 ihrem gesetzlichen Auftrag gemäß 17 Veranstaltungen zur Weiterbildung von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern, Exkursionen und Pilgerfahrten durchgeführt. Die sieben staatlich anerkannten Einrichtungen der katholischen Erwachsenenbildung im Saarland wiesen 2016 insgesamt 124569 Unterrichtsstunden nach (mit 52520 die meisten davon die KEB im Kreis Saarlouis), über 6000 Unterrichtsstunden mehr als ein Jahr vorher, begründet vor allem durch den Anstieg der Deutschkurse für Flüchtlinge. Ferner erläuterte Dewald den in Einnahmen und Ausgaben ausgeglichenen Jahresabschluss der Landesarbeitsgemeinschaft.red./am

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