Erfolgreiche Jahresübung

Extrem schwieriges Szenario für die Werkfeuerwehr Völklingen/Burbach

VÖLKLINGEN Die Werkfeuerwehr Saarstahl Völklingen/Burbach hat gemeinsam mit zahlreichen internen und externen Partnern den Ernstfall geprobt. Bei der Jahreshauptübung wurde anhand eines fiktiven Szenarios die Koordinierung aller Einsatzkräfte, die Kooperation mit den Behörden sowie die Meldeund Alarmierungswege und Gefahrenabwehrpläne trainiert.

Schauplatz war der Bereich rund ums LD-Stahlwerk. Dort bildete ein Schlackentransporter mit Stahlpfanne den Ausgangspunkt der Übung. Bei Ausfahrt aus dem Stahlwerk kommt es zu einem Durchbruch der Pfanne und die 1100 Grad Celsius heiße, flüssige Schlacke verteilt sich schlagartig im gesamten Umfeld.

In Folge geraten zunächst die Reifen, dann der gesamte Transporter in Brand und der Fahrer kann das Führerhaus nicht verlassen. Fatalerweise ereignet sich laut Übungsszenario dieser Vorfall direkt unterhalb diversen Gas- und Versorgungsleitungen. Die durch die Gefahrenleitstelle alarmierte Werkfeuerwehr rückt sofort zum Einsatzort aus. Die Rohrleitungen sind zwischenzeitlich bereits derart stark erhitzt, dass aus der Konvertergasleitung Gas ausströmt und sich entzündet. Verpackungsmaterial in einem benachbarten Lager fängt Feuer, der Brand droht auf weitere Bereiche überzugreifen. Durch die starke Rauchentwicklung ist zudem einem Mitarbeiter, der sich auf einem Kontrollgang oberhalb der Rohrleitungstrasse befand, der Fluchtweg nach unten versperrt.

Konzentriert und professionell gehen die Einsatzkräfte zu Werk, mittlerweile verstärkt durch die Freiwillige Feuerwehr Völklingen und einem Löschfahrzeug. Der Schlackentransporter wird mit Schaum abgelöscht und die ausgelaufene Schlacke mit Wasser gekühlt. Mit Hilfe von Pressluftatmern dringt ein Trupp zu dem Fahrer, ein weiterer Trupp zu dem Mitarbeiter auf der Rohrleitungstrasse vor, retten sie mit der neu angeschafften Drehleiter und übergeben sie den Saarstahl-Werkärzten zur weiteren medizinischen Versorgung. Die Brücke oberhalb der Rohrleitungsstraße wird über den eingebauten Wasserwerfer im Drehleiterkorb weiter gekühlt ebenso die Konvertergasleitung mit Hilfe von zwei Schaum- bzw. Wasserwerfern der Löschfahrzeuge. In dem Lager hat das Feuer auf den dort befindlichen elektrischen Betriebsraum übergegriffen. Zunächst mit Wasser bekämpfen die Kräfte unter Pressluftatmern den Brand im Lager und löschen schließlich den kritischen elektrischen Betriebsraum mit Kohlenstoffdioxid.

Um den erhöhten Wasserbedarf decken zu können, der bei dieser Übung hierzu notwendig ist, wird mit dem neuen Gerätewagen-Logistik eine „Wasserversorgung lange Wegstrecke“ aufgebaut. Eine Riegelstellung, eine Art Schutzwand aus Wasser, sowie das Absperren der Versorgungsleitungen im Bereich der vermeintlichen Gefahrenstelle sichern den Erfolg der Übung ab.

Personalvorstand und Arbeitsdirektor Peter Schweda lobte: „Die Kameraden der Werkfeuerwehr haben bewiesen, dass sie auf jede noch so vielschichtige Gefahrenlage vorbereitet sind. Sie beherrschen den Umgang mit teils hochkomplizierten technischen Gerät, die Abläufe sind bestens eingespielt. Das ist vorbildlich, dafür zolle ich Ihnen meinen höchsten Respekt.“

Bei der Manöverkritik fand auch der Kreisbrandinspekteur des Regionalverbands Saarbrücken, Tony Bender, anerkennende Worte für die gezeigte Leistung. Im Anschluss erhielten 30 Feuerwehrmänner ihre Beförderungen; für 25 Jahre Zugehörigkeit zur Werkfeuerwehr wurde Werkoberbrandmeister Michael Willkomm besonders geehrt.

Wechsel in der Wehrführung

Insgesamt also eine gelungene Jahreshauptübung, die ein letztes Mal Wolfgang Besse als Wehrführer verantwortete. Er verabschiedet sich nach 44 Jahren bei Saarstahl und nach 40 Jahren in der Werkfeuerwehr, davon zwölf Jahre als deren Leiter, in den Ruhestand.

Arbeitsdirektor Peter Schweda und Thomas Sämann, Leiter Werksicherheit, dankten Wolfgang Besse für seine engagierte Arbeit und seinen bedingungslosen Einsatz zum Schutz der Kameraden und Kollegen. Besse wurde für seine Verdienste zum Leitenden Werkbrandoberinspektor ernannt und erhielt in Anerkennung seiner Leistungen aus den Händen von Landesbrandinspekteur Timo Meyer die Floriansmedaille. Neuer Leiter der Werkfeuerwehr ist der bisherige Stellvertreter, Werkbrandoberinspektor Michael Dörr, seit Mai 2012 bei der Werkfeuerwehr.

Beteiligt an der Jahreshauptübung waren 64 Einsatzkräfte der Werkfeuerwehr Saarstahl mit 14 Einsatzfahrzeugen. · Dazu kamen neun Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Völklingen mit einem Einsatzfahrzeug.

Eingesetzt wurden 24 Pressluftatmer, zwei Rettungshauben und zwei Wärmebildkameras.

·Arbeitsdirektor Peter Schweda übergab der Werkfeuerwehr zwei neue Einsatzfahrzeuge: eine Drehleiter und einen Gerätewagen-Logistik). Gesegnet wurden die Fahrzeuge von Diakon Roland Isberner. red./am

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de