Einzigartiges Baudenkmal

Wiedererrichtung der Kreuzigungsgruppe und Jubiläum der Wiedererrichtung der Kreuzkapelle

MEDELSHEIM Vor 70 Jahren wurde die Kreuzkapelle, nachdem sie im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war, wieder eingeweiht. Damals feierte die Parr dieses Ereignis mit einem großen Gottesdienst, zudem auch der 1920 eingeweihte Kreuzweg mit seinen Stationshäuschen ebenfalls wieder in vollem Glanz erstrahlte. Der kunstvolle steinerne Altar aus dem Jahre 1689 war mit seinem noch älteren tief ergreifenden Vesperbild das einzige kirchliche Baudenkmal, das von den Kriegszerstörungen verschont geblieben war. Die Geschichte des kleinen religiösen Zentrums geht ins 17. Jahrhundert zurück. „Vor dem Dorf zu der Kapellen“ heißt es in einer Bestandserhebung Medelsheim, datiert auf den 29. August 1656, in der erstmals die Existenz einer Kapelle schriftlich fixiert wurde. Das war acht Jahre nach Ende des 30-jährigen Krieges, sodass davon ausgegangen werden kann, das die Kapelle schon weit früher erbaut worden war. Ein besonderer Meilenstein in der Historie des Gotteshauses war die Beschaffung einer Reliquie im Jahre 1814 durch den damaligen Pfarrer, Dekan Wenzeslaus Schindelar. Das brachte ihr bis zur Eröffnung des Blieskasteler Kapuzinerklosters in den 1920er Jahren eine besondere regionale Wallfahrtsbedeutung. In den Wirren des Zweiten Weltkrieges wurden Kapelle, Kreuzweg und Kreuzigungsgruppe so stark zerstört, dass ein Wiederaufbau notwendig geworden war.

Zufällig wurde 1956 das berühmte Altarretabel, das jetzt das Zentrum der Martinskirche schmückt, unter einer Kapellensäule entdeckt. Mit der Kapelle geht auch die Geschichte von Kreuzweg und der 1805 errichteten Kreuzigungsgruppe, einem 3,50 Meter großen, etwa fünf Zentner schweren Kreuz mit den Assistenzfiguren Johannes und Maria einher.

Über 130 Jahre gab sie dem Hügel eine besondere Weihe, wurde jedoch in den ersten Kriegstagen 1939 zertrümmert, 1947 durch den Wagnermeister Karls Schreiber wieder errichtet.

Aufwendig restauriert

Mit den Jahren wurde das mächtige Eichenkreuz altersschwach, sodass es vom Schreinermeister Bernd Wack in etwa 80 Arbeitsstunden restauriert werden musste. Gereinigt wurden zudem die zuvor vermoosten Figuren, wobei neben Wack auch Pfarrer Krystian Scheliga und Pfarrsekretärin Christiane Andres-Brinkmann in der finalen Phase mit Hochdruckreiniger selbst Hand anlegten.ott

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