Eine Tradition geht zu Ende

Gesellen-Club Sulzbach hört auf – Fahne, alte Protokollbücher und goldenes Buch übergeben

SULZBACH Viele Jahrzehnte prägte der Gellen-Club 1892 Sulzbach das Leben in der Stadt maßgeblich mit.

Viele ältere Sulzbacher erinnern sich sicherlich noch gerne an die rauschenden Feste und Fahrten der aktiven Gemeinschaft. Unvergessen dürfte auch der große Festzug durch die Stadt anlässlich der Festwoche zum 75-jährigen Bestehen der Gemeinschaft im Jahre 1967 sein. Doch nach nunmehr 125 Jahren ist Schluss. Der Club ist von ehemals 220 auf 15 Mitglieder geschrumpft. Deren Durchschnittsalter beträgt 78 Jahre. Lange Zeit haben sie den Club am Leben gehalten.

„Schwere Herzens haben wir uns entschlossen“, den Gesellen-Club Sulzbach zum Ende dieses Jahres aufzulösen“, erklärte der noch amtierende Vorsitzende Christian Pitz bei der Feierstunde im Sitzungssaal des Rathauses. Eingeladen dazu hatte Bürgermeister Michael Adam.

„Wir wollen den Club-Mitgliedern die Gelegenheit geben, die Geschichte ihrer Gemeinschaft würdevoll zu beenden“, betonte der Verwaltungschef und warf einen kurzen Blick in die traditionsreiche Vergangenheit.

Er erinnerte an die besten Zeiten, als noch Hunderte von Gästen zu den Festen und beliebten Fahrten des Sulzbacher Gesellen-Clubs kamen. Auch nach der Auflösung werde der Club seinen Platz in der Geschichte der Stadt haben, so Adam und versprach: „Eure Fahne, die Protokollbücher und das goldene Buch werden wir in Ehren halten. Sie haben in unserem Stadtarchiv einen angemessenen Platz und sind für die Öffentlichkeit jederzeit zugänglich.“

„Wir freuen uns sehr“, dass sie uns die Gelegenheit geben, unsere Clubgeschichte mit dieser Feierstunde würdevoll zu beenden“, bedankte sich Pitz bei Adam und Stadtarchivarin Rita Lampel-Kirchner. Und wohl zum letzten Mal erklang der Club-Spruch „In Treue fest!“

Große Beachtung fand die hoch interessante Bilderschau von den schönsten Veranstaltungen des Gesellen-Clubs, die der Heimathistoriker Werner Klee zusammengestellt hatte.

Als dann auch noch Bilder vom historischen Festzug aus dem Jahre 1967 über die Leinwand flimmerten, wurde die Wehmut an die „guten, alten Zeiten“ bei den Teilnehmern der Feierstunde groß. Doch Gerda Schulien vertrieb mit ihrer Akkordeonmusik und den passenden Liedern die aufkommende Trübsal. red./jb

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