Ein seltenes Jubiläum

Der Kirchenchor Cäcilia konnte sein 150-jähriges Bestehen feiern.

WESELBERG 150 Jahre katholischer Kirchenchor Cäcilia Weselberg – Dieses seltene Jubiläum feierten die 15 Sängerinnen und Sänger mit einem Fest- und Dankgottesdienst in der Pfarrkirche Unbefleckte Empfängnis Maria.

„Auf der Empore war immer Platz für den Kirchenchor. Ich hatte Respekt vor den Sängerinnen und Sängern. Euer Beispiel hat mich auch motiviert, teilweise beim Kirchenchor mitzusingen“, betonte Pfarrer und Direktor von Maria Rosenberg, Volker Sehy, in seiner Festpredigt. Unvergesslich sei auch die Gestaltung der Karwoche durch den Kirchenchor und die Mitwirkung des Chors bei seiner Primiz vor 20 Jahren in der Pfarrkirche, erinnerte sich Pfarrer Sehy.

Sehy bedankte sich beim Kirchenchor auch für die Gestaltung der Gottesdienste in der Pfarrgemeinde und wünschte sich, dass das Lob Gottes weiterhin gesungen wird und noch viele neue Mitglieder den Weg zum Kirchenchor finden. Beim Gottesdienst bedankte sich Pfarrer Matthias Leineweber bei der Chorgemeinschaft für das langjährige Engagement. „Wie fast alle Kirchenchöre haben wir auch einen stetigen Mitgliederschwund zu verkraften. Die Situation hat sich in diesem Jahr noch zugespitzt, wir sind mittlerweile fast ein reiner Frauenchor“, stellte das Führungsmitglied des Kirchenchors, Waltraud Knöller, fest. Der Chor brauche dingend Nachwuchs in allen Stimmen, wobei insbesondere mehr Männerstimmen erwünscht wären.

Eine kulturelle Bereicherung

Der Kirchenchor sei auch eine kulturelle Bereicherung für die Ortsgemeinde. „Deshalb möchte ich gerade die jüngeren Leute dazu einladen“, so Knöller, „bei uns im Kirchenchor zu singen.“ Der Chorgesang sei eine kreative und sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Knöller zeigte sich optimistisch, dass es gelingt neue Mitstreiter zu gewinnen, damit es auch zukünftig gelingt, fest eingebunden in das kirchliche Leben, mit dem Gesang noch viele Herzen zu erreichen.

Sie bedankte sich beim Kirchenchor aus Horbach, der die Weselberger Sänger bei größeren Anlässen gesanglich unterstützt hat. Ihr besonderer Dank galt auch Pfarrer Bernhard Walz, der 30 Jahre als Präses immer ein offenes Ohr für die Anliegen des Chors habe.

Elf Dirigenten haben die Chorgemeinschaft seit ihrer Gründung geleitet. Laut Vereinschronik richtete der damalige Pfarrer Reinhard Denig im Jahr 1867 den Appell an die Pfarrfamilie Weselberg, einen Cäcilien-Verein zu gründen. Dieser Verein sollte zur Pflege der Kirchenmusik und zur Verschönerung der Gottesdienste beitragen. 73 Männer und Frauen erklärten sich bei der Vereinsgründung zur Pflege der „Musica sacra“ bereit und wählten zum Vorsitzenden Peter Mangold zum Vorsitzenden. Bei der Vereinsgründung wurde Christian Ulrich das Amt des Chorleiters übertragen.

Bernhard Bold übernahm ab dem Jahr 1934 bis 1962 das Vereinsruder. Als Nachfolger wurde Alois Büchler gewählt, der dieses Amt bis 1967 ausübte. Nach seinem Rücktritt wurde Heini Metzler zum Nachfolger gewählt, der den Vorsitz im Jahr 1985 freiwillig niederlegte. Nachfolger wurde Edwin Bold. Zu dieser Zeit trugen zur Ehre Gottes 45 aktive Chormitglieder bei. Nachdem Paul Adrian seine Vorstandstätigkeit aus beruflichen Gründen unterbrechen musste, wurde Hans Jürgen Frank im Jahr 1999 mit der Chorleitung beauftragt.

Auch im Jubiläumsjahr wird der 15 Mitglieder zählende Kirchenchor von einem Führungsteam geleitet. Im Chor singen auch zwei Männer mit. Neben Waltraud Knöller, die sich um die Organisation kümmert, gehört Maria Müller, die ihr Amt als Schriftführerin seit 50 Jahren führt. Die Kassengeschäfte werden von Renate Klug geführt. Alle Entscheidungen werden in der Regel gemeinsam getroffen. Die Chormitglieder sind alle zwischen 50 und 80 Jahre alt. Seit zwei Jahren gehört die Pfarrei Weselberg zur Pfarreiengemeinschaft Waldfischbach-Burgalben Heiliger Johannes XXIII.

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes oblag dem Jubiläumschor zusammen mit dem Kirchenchor St. Peter Horbach (Leitung Hans-Jürgen Frank). rb

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