Ein Mahnmal für den Frieden

Napoleonskreuz in Niedersaubach ist restauriert und feierlich eingesegnet

NIEDERSAUBACH Das alte Napoleonskreuz an der Niedersaubacher Antoniuskapelle ist ein Mahnmal des Friedens. Nach einer umfassenden Sanierung konnte es an seinem neuen Platz eingesegnet werden.

Schon Anfang 2015 hatte der Historische Verein Niedersaubach auf Hinweis des für seine Arbeit an Wegkreuzen bekannten Thalexweiler Malermeisters Walter Lesch einen historischen Schatz geborgen: Ein Wegekreuz aus der napoleonischen Zeit! Das Mahnmal stand ursprünglich weit außerhalb des Dorfes an der „Rennstraße“ zwischen Schmelz und Lebach auf Niedersaubacher Bann. Es war in einem jämmerlichen Zustand und erfüllte nicht mehr seinen ihm zugedachten Zweck des Erinnerns an die Gefallenen des Dorfes in den Napoleonischen Feldzügen. So wurde beschlossen, dieses Mahnmal restaurieren zu lassen. Damit wurde Edwin Reis aus Überroth beauftragt, nachdem mehrere Sponsoren für die Übernahme der Kosten gefunden werden konnten. Er hatte bereits mit dem Rümmelbacher Napoleonkreuz restlos überzeugen können.

Der Meister hat auch dieses Mal ein wahres Barockkunstwerk als Mahnmal des Friedens geschaffen. Mit äußerst sensiblem Feingefühl hat er aus dem verwitterten Block die kaum noch erkennbaren Konturen herausgearbeitet und da, wo notwendig, nicht mehr vorhandene Strukturen dem ursprünglichen Werk nachempfunden.

Wertvolle historische Unterstützung erfuhr er dabei von Walter Lesch, der in fast schon detektivischer Feinarbeit die umlaufende Schrift entziffern konnte. Nach dem Gießen des Fundaments durch den Niedersaubacher Bürger Dietmar Scherer konnte das komplett restaurierte Kreuz nun seinen neuen Standplatz vor der Antoniuskapelle einnehmen.

Diakon Jürgen Johann, der die Gedenkandacht in der Antoniuskapelle durchführte, segnete im Anschluss daran das Kreuz ein. Richard Kallenborn begleitete auf der Trompete gefühlvoll den Akt mit dem bekannten Lied „Ich hatt´ einen Kameraden“. zudem umrahmten die „Somebodys“ die Feier am Totensonntag musikalisch.

Der Heimatforscher Lothar Schmidt enthüllte das Werk und erläuterte den Vorgang der Restaurierung von seiner Entdeckung bis zur Einsegnung, und schloss mit eindringlichen Worten: „Mögen unsere nachfolgenden Generationen wie wir voller Dankbarkeit an dem großen Friedensprojekt – dem Vereinigten Europa – festhalten, damit sich niemals mehr Franzosen und Deutsche einander auf dem Schlachtfeld gegenüber stehen.red./mk

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