Dinant – die Stadt der Saxophone

Die südbelgische Stadt an der Maas ist eine vielfältiges und charmantes Urlaubsziel für Kulturfreunde und Biergenießer

DINANT „Sax and the city“ – das ist Motto des kleinen südbelgischen Städtchens Dinant. Adolphe Sax, der Erfinder des Saxophons, wurde hier vor 200 Jahren geboren. Das Jubiläum wird in diesem Jahr mit vielen Konzerten und Veranstaltungen gefeiert. Zwar lebte Sax später in Frankreich, doch in seiner Heimatstadt ist Sax allgegenwärtig: Unter anderem zieren bunte Saxophone die Charles-de-Gaulle-Brücke – sie stehen für 24 EU-Länder. In der Adolphe Sax-Straße zeigt der „Parcours des Anamorphoses“ Saxophone in acht Größen und das „La Maison de Monsieur Sax“, ein kleines aber sehr informatives und ansprechend gestaltetes Museum, informiert über den berühmten Instrumentenbauer. Man kann sich sogar mit ihm fotografieren lassen: Auf einer Bank vor  dem Museum sitzt der berühmte Sohn der Stadt als Bronzeskulptur, neben der man Platz nehmen kann.
Selbst auf den couque de Dinant, einer Art Printen, sind Saxophone abgebildet. Die Spezialität, die nur aus Honig und Mehl besteht, wird nur noch in zwei Bäckereien der Stadt hergestellt. Die Motivvielvalt reicht von einfachen Symbolen bis zu großen Panoramen der Stadt: unten die Häuser, die sich ans Ufer der Maas schmiegen, oben auf einem schroffen Felsen die alte Zitadelle und im Zentrum die prächtige Kathedrale ­Notre Dame. Das alte Gotteshaus beeindruckt mit seinem schiefergedeckten Zwiebelturm, einem der größten Kirchenglasfenstern Europas und dem kunstvollen frühgotischen Westwerk.
Darüber thront die Zitadelle, die mit einer kleinen Seilbahn bequem zu erreichen ist, Sportliche gelangen über 409 Stufen nach oben. Besucher genießen von hier einen wunderschönen Ausblick auf die Stadt. In den alten Mauern sind einige Räume gestaltet, die über alte Handwerksberufe und kriegerische Zeiten in Dinant informieren. Das Schicksal war der Stadt nicht immer wohlgesonnen, Unterdrückung, Zerstörung und Massaker brachten Tod und Not über die Menschen. Doch dem Ort ist die „Wiederauferstehung“ gelungen. Heute ist Dinant ein kleines, charmantes Städtchen, das zum Bummeln und Entdecken einlädt. Das kulinarische Spektrum reicht vom gutbürgerlichen Café Leffe bis zum La Broche, das Feinschmecker mit einer kreativen und modernen Küche verwöhnt.
Der Name „Leffe“ ist auch Biertrinkern ein Begriff. Das Bier, das zu den beliebtesten und bekanntesten Marken Belgiens zählt, hat seinen Ursprung in Dinant. Die Leffe-Abtei aus dem Jahr 1152 kann zwar besucht werden, doch das Bier wird dort nicht mehr gebraut. Wissenswertes über die acht – in der Weihnachtszeit neun– Leffesorten vermittelt das „Maison Leffe“, ein sehr schön gestaltetes Museum mit vielen interaktiven und audiovisuellen Angeboten  sowie einer Leffe-Verkostung am Ende des Besuchs.
Informationen (französisch, niederländisch und englisch): www.dinant.be. ro

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