Die Streuobstwiesen erhalten

Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen lädt ein zu einem Baumschnittkurs

BEZIRKSVERBAND PFALZ Zu einem Baumschnittkurs am Samstag, 17. Februar, um 14 Uhr im Eppenbrunner Gemeindehaus in der Talstraße 26 sowie am Samstag, 17. März, ebenfalls um 14 Uhr im Landhotel Schoner, Stüterhof 5 in Waldleiningen-Stüterhof lädt das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen ein. Die Teilnahme am Kurs ist kostenfrei, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Eigentümer von Obstbäumen oder Streuobstwiesen sind ebenso angesprochen wie alle anderen, die Interesse am Baumschnitt haben.

Nach einer kurzen Begrüßung geht es zunächst ins Gelände, wo Herbert Ritthaler, Spezialist für alte und regionale Obstsorten und Inhaber einer Baumschule, anhand einer Baumschnittvorführung Pflanzschnitt, Pflegeschnitt sowie Erhaltungsschnitt bei Altbäumen erläutert. Darauf folgt ein Vortrag zur Jungbaumpflanzung und eine Vorstellung des EU-Projekts „LIFE Biocorridors“ durch Projekt-Koordinatorin Sabine Hoos.

Die Teilnehmer sollten festes Schuhwerk sowie warme und regenfeste Kleidung dabeihaben. Um Anmeldung im Projekt-Büro unter Tel. (06391) 866-9516 oder per E-Mail an k.bauer@pfaelzerwald.bv-pfalz.de wird gebeten.

Die Veranstaltungen werden gefördert über das Förderprogramm LIFE der Europäischen Union und durch das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten (MUEEF) Rheinland-Pfalz.

Das Projekt „LIFE Biocorridors“ fördert den grenzüberschreitenden Biotopverbund, unter den auch der Erhalt von Streuobstwiesen als Lebensraum für Pflanzen und Tiere fällt. Die Infoveranstaltung zur Pflanzung und Pflege von Streuobstbäumen soll Menschen, die Verantwortung für ihr Biosphärenreservat übernehmen wollen, eine Hilfestellung bei dem Erhalt ihrer Streuobstwiesen leisten.

Während der Streuobstanbau im 18. Jahrhundert aufgrund behördlicher Erlasse sowohl im Pfälzerwald als auch am Haardtrand eine Hochphase erlebte, verschwinden heute viele Streuobstbestände infolge von Nutzungsaufgabe, durch Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion oder durch Bebauung in den Ortsrandlagen.

Man geht derzeit von rund 1000 Hektar Streuobstwiesen mit rund 71000 Einzelbäumen – davon 54 Prozent Apfelbäume, gefolgt von Kirschen, Birnen und Pflaumen – im Pfälzerwald aus. Ein Großteil der Bestände ist überaltert und teilweise in einem mittelmäßigen bis schlechten Zustand.

Wichtige Akteure

Wichtige Akteure im Bereich Streuobst sind die Obst- und Gartenbauvereine, Umweltverbände, Kreisverwaltungen, Biotopbetreuer und Schulen, aber auch die Gemeinden und Flächeneigentümer, die diese für Pflanzen und Tiere wichtigen Lebensräume pflegen und erhalten. Nicht zuletzt tragen die Verbraucher, die regional erzeugten Obstsaft kaufen, maßgeblich zum Erhalt dieser wertvollen Landschaftsform bei.

Mehr Informationen unter www.pfaelzerwald.de/projekte/life-biocorridors.red./dos

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