Die „Mirabelle aus Nancy“

Verband der Gartenbauvereine kürt Streuobstsorte des Jahres 2018

SCHMELZ Der Arbeitskreis „Obstsorten“ im Verband der Gartenbauvereine Saarland / Rheinland-Pfalz hat die „Nancy-Mirabelle“ („Mirabelle aus Nancy“) zur Streuobstsorte des Jahres 2018 für das Verbandsgebiet benannt.

Die Mirabelle soll bereits im 15. Jahrhundert nach Frankreich gekommen sein. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts ist die ‘Mirabelle aus Nancy‘ auch bei uns in Deutschland bekannt und hat sozusagen ihren Siegeszug angetreten. Andere Mirabellensorten spielen heute kaum noch eine Rolle.

Zur Erntezeit Ende August, fallen die leuchtend gelb gefärbten und sonnenseits rot gepunkteten Früchte schon von Ferne ins Auge. Das tiefgelbe Fruchtfleisch der ‘Mirabelle aus Nancy‘ schmeckt süß und ausgesprochen aromatisch. Liebhaber von guten Obstbränden schätzen sie sehr. Doch nicht nur in der Brennerei sind die Früchte begehrt, auch für Kuchen, Konfitüre, Gelee, zum Ein-machen oder für ein leckeres Mirabellen-Chutney eignen sie sich bestens.

Der Baum wächst stark und bildet eine breitkugelige, lockere Krone. Der Standorte sollte mit Bedacht gewählt werden. Gute, nährstoffreiche und durchlässige Böden und eine geschützte Lage, gerne auch im Weinbauklima, sind Voraussetzung für hohe Erträge und schmackhafte Früchte. „Mirabelle aus Nancy“ ist ausreichend selbstfruchtbar (selbstfertil), reagiert aber empfindlich auf nasskaltes Blühwetter. Die Erträge sind hoch, doch nach überreichem Behang ist im Folgejahr nur mit einer geringen Ernte zu rechnen (Alternanz).

Benannt wurde die Mirabelle nach der Stadt Nancy in Lothringen. Dort und in angrenzenden Gebieten werden zur Erntezeit häufig „Mirabellen-Feste“ gefeiert. Auch Obstbauer im Saarland und in Rheinland-Pfalz haben diese Tradition aufgegriffen und erfreuen ihre Besucher zur Erntezeit mit frischen Früchten und leckerem Mirabellenkuchen.

red./mk

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