Die Flucht aus Kobane

Begrüßungskultur in Niederwürzbach wird gepflegt – Gemeinsamer Besuch der Kerb

NIEDERWÜRZBACH „Begrüßungskultur“, das neue Wort im deutschen Sprachschatz, belebt seit wenigen Tagen die Öffentlichkeit. Tausende und Abertausende Flüchtlinge suchen über die unterschiedlichsten Routen eine sichere Bleibe in Europa – vor allem in Deutschland. Bislang war das Würzbachtal von diesem Geschehen weniger außer durch Berichterstattung in Rundfunk und Presse berührt.

Besuch auf der „Werzbacher Kerb“

Petra Linz, Ortsvorsteherin von Niederwürzbach, war anlässlich der Kerb beim MGV Liederkranz zur offiziellen Eröffnung eingeladen. Bevor jedoch Linz den obligatorischen Fassbieranstich vornahm, ergriff die engagierte Kommunalpolitikerin das Wort und begrüßte die Familie Mahozada/Alismaeil, die nach einjähriger Flucht über die Türkei, Algerien und Spanien den kriegerischen Auseinandersetzungen in Kobane (Syrien) entkam.

Die junge Mutter mit ihren zwei Töchtern und zwei Söhnen, die Asyl beantragt haben, wohnt seit dem 20. August in Niederwürzbach. In Begleitung von Frau und Herrn Girnus vom Flüchtlingshilfeverein Blieskastel und dem Asylbewerber Barzan Hussein, der als Dolmetscher fungierte, besuchte die Familie das Kerwe -Treiben und wurde von den Besuchern auf dem Festplatz des MGV Liederkranz ganz herzlich und mit großem Beifall begrüßt.

Unterstützung durch den Flüchtlingshilfeverein

Wie Petra Linz betonte, unterstützt die Stadtverwaltung Blieskastel und der Flüchtlingshilfeverein Blieskastel die Familie bei der Unterbringung, was Wohnung, Einrichtung, Schulanmeldungen, Deutschunterricht, Anträge für finanzielle Unterstützung und vieles mehr betrifft. Betreut wird sie dabei von ihrer Flüchtlingspatin Anne Girnus und dem Vorsitzenden des Flüchtlingshilfevereins, Christoph Tiefensee.

Offene Herzen

„In engem Kontakt mit mir“, so betonte Linz, „werden wir jetzt der Familie Integrationsmöglichkeiten in örtlichen Vereinen und Organisationen anbieten und diese dabei auch begleiten. Wir wollen das behutsam und gemeinsam tun um der Familie die Ruhe zu geben, die sie zur Verarbeitung des Erlebten braucht. Wir wollen ihnen das Gefühl vermitteln, dass sie in Würzbach unterstützt werden und herzlich willkommen sind.“

Am Beifall und den spontanen Reaktionen auf dem Festplatz beim Liederkranz war eindeutig zu erkennen, die Worte der Ortsvorsteherin stießen nicht auf taube Ohren sonder auf offene Herzen.

red./hcr

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