Der Wille ist ungebrochen

Handballer der VTZ II müssen bei der Bundesligareserve der HG Saarlouis ran

ZWEIBRÜCKEN So haben sie sich das nicht vorgestellt. Die Handballer der VTZ II liegen abgeschlagen am Tabellenende der Saarlandliga und können erst einen Punkt auf der Habenseite vorweisen. Dennoch ist und bleibt der Wille des Aufsteigers ungebrochen. Mit allen Mitteln soll das große Ziel „Klassenerhalt“ noch realisiert werden. Besonders die letzten Auftritte geben durchaus Grund zur Hoffnung, dass zur Rückrunde die große Aufholjagd gestartet werden kann.

Auch wenn sie nach den ersten beiden Spielen zwar ohne Punktgewinn starteten, war man sich dennoch im Umfeld schnell einig, dass schon bald die ersten Punkte folgen werden. Gegen die SGH Sankt Ingbert und die HSG TVA/ATSV Saarbrücken, zwei Teams, die vor der Saison von vielen Kennern der Liga ins oberste Tabellendrittel eingeordnet worden waren, musste man sich erst in der Schlussphase bzw. wenige Sekunden vor Ende der Partie geschlagen geben. Doch der Aufsteiger konnte die guten Leistungen vom Saisonbeginn nicht wiederholen und handelte sich weitere Niederlagen ein. Mit jeder weiteren Niederlage wuchs aber auch zeitgleich die Verunsicherung innerhalb der Mannschaft. Auch wenn sie immer wieder sehr ansprechende Leistungen zeigten und lange am Punktgewinn schnupperten, versagten zu oft in den entscheidenden Phasen die Nerven.

Zu mehr in der Lage

„Ich muss ganz ehrlich sagen, dass wir meiner Meinung nach nicht auf den letzten Platz gehören. Wir waren oft nah dran endlich den ersten Sieg zu feiern, aber leider hat uns dann immer eine gewisse Abgezocktheit gefehlt, den Sack zu zumachen. Es ist einfach schade, wie es bisher gelaufen ist, weil ich weiß, dass der derzeitige Tabellenplatz nicht das widerspiegelt, wozu die Mannschaft in der Lage ist“, erklärt VTZ-Trainer Marek Galla das große Manko seiner Truppe.

In einer solchen Hinrunde, die geprägt von Misserfolg war, die schlimmsten Niederlagen zu suchen, ist wahrlich nicht leicht. Dennoch weiß der ehemalige slowakische Profihandballer direkt ein paar Beispiele zu nennen. „Erst einmal ist jede Niederlage schlimm und tut weh. Aber am schlimmsten waren dann doch die beiden Punktverluste gegen die HF Illtal 2 sowie die Mannschaft aus Saarbrücken, weil uns hier nur wenige Sekunden vom Punktgewinn getrennt haben.

Insgesamt waren es aber vier bis fünf Spiele dir sehr schmerzhaft waren, weil diese Partien auch leicht hätten gewonnen werden können.“ In seiner Analyse macht Galla, der sich seit seinem Wechsel vor über zehn Jahren zur VTZ schnell zu einem der Publikumslieblinge gemausert hat und ein hohes Ansehen für seine Leistungen als Spieler und Trainer genießt, auch keinen Halt vor Selbstkritik. „So wie die Mannschaft Fehler macht, bin auch ich nicht befreit von falschen Entscheidungen. Im Nachhinein kann man sicherlich die eine oder andere Entscheidung innerhalb einer Partie diskutieren.“ Aber nicht für die Mannschaft ist die Saarlandliga Neuland. Auch Trainer Marek Galla braucht seine Zeit sich weiterzuentwickeln. Er übernahm die Mannschaft in der Verbandsliga nach einem gewaltigen Umbruch und schaffte im ersten Jahr dank einer überragenden Rückrunde noch den Klassenerhalt. Bereits im zweiten Jahr hatte er ein Spitzenteam geformt und konnte den Aufstieg feiern. In dieser Saison mussten er und seine Truppe allerdings bisher viel Lehrgeld zahlen, was einfach auch zu einem gewissen Reifungsprozess einer jeden Mannschaft gehört. Und dieser scheint sich auf dem besten Weg zu befinden. Die letzten beiden Partien gegen die HWE Homburg, der als Aufsteiger sich direkt an die Spitze der Saarlandliga gesetzt hat, und den HC Dillingen-Diefflen, der seit Jahren zur Creme de la Creme der Saarlandliga gehört, haben gezeigt, dass die Mannschaft einen großen Schritt nach vorne gemacht hat.

Bis zum Schluss kämpfen

„Wir werden bis zum Schluss alles dafür geben und probieren die Klasse noch zu halten. Wir haben noch die ganze Rückrunde um zu beweisen, dass wir in die Saarlandliga gehören. Wir müssen noch hier und da ein paar kleinere Sachen ändern und dann bin felsenfest davon überzeugt, dass wir noch einige Punkte holen werden“, gibt sich Galla trotz der fast aussichtslosen Situation optimistisch, dass der Klassenerhalt noch realisiert werden kann. Vielleicht hilft aber genau auch diese Situation der Mannschaft, die paar letzten Prozent auf die Platte zu bringen und die große Aufholjagd zu starten, denn zu verlieren haben sie nichts mehr. Im aller günstigsten Fall könnte sogar schon der vorletzte Platz, den zurzeit die HF Illtal 2 mit drei Punkten Vorsprung auf die Saarpfälzer innehat, reichen, die Klasse zu halten. Stand heute sieht es nicht danach aus, dass eine saarländische Mannschaft aus der Oberliga-RPS den Weg in die Saarlandliga antreten muss. Sollte zudem noch der Meister der Saarlandliga die Qualifikation zur Oberliga-RPS überstehen, würde nur noch eine Mannschaft absteigen.

Nach derzeitigem Stand würde die HWE Homburg in der Qualifikation die Saarlandliga vertreten. Da die zweite Mannschaft des SV 64 Zweibrücken nach derzeitigem Stand nicht aufsteigen darf, weil die erste Mannschaft schon in der Oberliga-RPS vertreten ist, sind die nächsten Verfolger mit bereits sechs bzw. sieben Punkten Rückstand der HSV Merzig-Hilbringen, der amtierende Meister TV Niederwürzbach sowie der TuS Brotdorf. Für Trainer Marek Galla sieht es nach einem Zweikampf zwischen dem HSV und der HWE aus. „Das sind die beiden Mannschaften, die bisher den besten Eindruck gemacht haben. Vor allem beim HSV Merzig-Hilbringen muss ich sagen, dass sie eine richtig starke Mannschaft haben, die mir auch gut gefällt. Aber klar, die anderen Verfolger wie Niederwürzbach oder Brotdorf darf man nicht unterschätzen.“

Auswärtsspiel

Die Oberligareserve der VTZ hat jetzt erst mal noch Zeit nochmal Kraft zu tanken für ein hoffentlich erfolgreiches Jahr 2018. Am 12. Januar 2018 um 20.15 Uhr müssen sie dann bei der Bundesligareserve der HG Saarlouis ran, die sich vor der Saison stark verstärkt hat. Wenn die Zweibrücker aber an die zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen können, ist eine Überraschung durchaus möglich und die Aufholjagd könnte eingeleitet werden. red./dos

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