„Der Turm der Ketzerin“

Saarländische Buchautorin Deana Zinßmeister präsentiert ihren neuesten Roman

KÖLLERTAL/WARNDT Seit mehr als zehn Jahren schreibt Deana Zinßmeister einen spannenden Bestseller nach dem anderen. Sie zählt zu den erfolgreichsten saarländischen Buchautoren. Hier im Land ist sie bestens bekannt als die Fachfrau für historische Romane. An ihrem Erstlingswerk hat sie noch rund zehn Jahre geschrieben. Mittlerweile sprudelt im Schnitt pro Jahr ein Buch aus ihrer lebhaften Fantasie. Auch Sachbücher über saarländische Sagen oder jüngst sogar ein Jugendroman stammen von der Heusweiler Schriftstellerin. Nun stellte sie ihren neuen Roman „Der Turm der Ketzerin“ vor, der an den Vorgängerroman „Das Lied der Hugenotten“ anknüpft. Zu ihrer Premierenlesung in der Hugenottenkirche in Ludweiler kamen kürzlich rund 100 interessierte Gäste. Eingestimmt auf die historischen Zusammenhänge und die Bedeutung der Hugenotten für Ludweiler wurden die Zuhörer durch Karl-Werner Desgranges, den Vorsitzende des heimatkundlichen Vereins Warndt. In seinem informativen und kurzweiligen Vortrag ging der Heimatforscher auch auf die Besonderheiten der Ludweiler Kirche ein. So zeigt eine Sgraffito-Zeichnung am Altarbereich die Hafenstadt Aigues-Mortes. Hier wurde die Calvinistin Marie Durand 38 Jahre lang wegen ihres Glaubens festgehalten. Im sogenannten „Turm der Standhaftigkeit“. Ein historisches Detail, das auch in dem neuen Roman von Deana Zinßmeister eine wichtige Rolle spielt. Mit drei Textpassagen weckte die Autorin lebhaftes Interesse der Zuhörer an ihrer Fortsetzungsgeschichte um die protestantische Familie Desgranges, die in der Bartholomäusnacht 1572 vor den mordenden katholischen Soldaten aus Paris fliehen muss und fortan in einem kleinen Ort in der Touraine als Katholiken lebt. Wie es der Familie nun in der Fremde ergeht, schildert Deana Zinßmeister im „Turm der Ketzerin“, in dem vor allem Sohn Pierre im Mittelpunkt steht. In den kurzen Interviewpassagen zwischen den Lesungen entlockte die Riegelsberger Journalistin Monika Jungfleisch der Autorin, dass sie für ihre Recherchen neben ausführlichen Gesprächen mit Pfarrern und Kirchenhistorikern u.a. auch die Orte La Rochelle und Aigues-Mortes besucht hat und selbst im sogenannten Turm der Standhaftigkeit die kalten Wände angefasst hat.

Ob es eine Fortsetzung der beiden Hugenottenbände geben wird, ließ die Autorin indes offen. Musikalisch umrahmt wurde die Premierenlesung von Christian Fries an der Orgel. red./jb

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