Bühnenturner begeisterten

ZV Beeden führte „Totengräber leben länger“ auf

BEEDEN Die Bühnenturner des Turnvereins 1903 Beeden e.V. blicken inzwischen auf eine stolze über 30-jährige Bühnentradition zurück und damit sind ihre jährlichen Aufführungen fester und beliebter Bestandteil des Beeder Veranstaltungskalenders. In diesem Jahr brachte das 15-köpfige Theaterensemble den Dreiakter „Totengräber leben länger“ auf die Bühne. An vier Terminen überzeugten die Bühnenturner mit viel Engagement, Witz und Charme vor einer jeweils ausverkauften Beeder Sporthalle.

Engagement, Witz und Charme

In bestem Beeder Platt wurde die Geschichte rund um die Familie Schnelltod erzählt: Der senile Opa Emil (Markus Meininger) hat den Tod seiner Frau Viola nicht verkraftet, lebt in echten und eingebildeten Kriegserinnerungen und vertreibt sich gerne mal die Zeit mit Telefonaten mit der netten Tamara (Laura Aulenbacher), die er über eine 0190-Nummer „kennengelernt“ hat und die er daher einfach mal nach Hause einlädt. Emils Tochter Paula (Teresa Zippo) und Enkelin Susanne (Vanessa Klingler) müssen seine Launen und Eskapaden ertragen und haben doch ihre eigenen Sorgen. Denn Paulas Mann Edwin (Lottchen Lambert) wird – nicht zur Freude aller – nach einem Raubüberfall frühzeitig aus dem Gefängnis entlassen und nun gilt es erst einmal, die gut versteckte Beute heimlich für den Start in ein besseres Leben in Sicherheit zu bringen. Wie praktisch, dass da gerade eine Stelle als Totengräber frei ist und Edwin bewirbt sich erfolgreich. Denn findig wie Edwin ist, identifiziert er einen ihm zur Überführung anvertrauten Sarg als das perfekte Versteck für das Geld. Die eigentlich zum Sarg gehörige Leiche von Kurt Freitod (Charli Feix) lagert er kurzerhand in einem Schrank in der Wohnung der Familie Schnelltod zwischen.

Das bleibt nicht lange unentdeckt und so nehmen Chaos und Verstrickung ihren Lauf, bis der liebe Gott ein Einsehen hat und Emils Frau Viola (Claudia Adolph) als Rettungsengel zurück auf die Erde schickt. Diese ist im Engelsein allerdings noch nicht ganz so geübt und erweckt in ihrem Eifer versehentlich Kurt Freitod wieder zum Leben. Luise Fallbeil (Melanie Jagst), Nachbarin und Klatschbase des Ortes, ist rasch bestens über alle Neuigkeiten informiert und leistet ihren Beitrag zur Verwirrung. Und dann ist da noch der in Liebesdingen wenig bewanderte Polizist Frank Zuchthäusler (Markus Klingel), der hin und weg von Tochter Susanne ist, seit er ihren Vater Edwin nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis nach Hause brachte – und damit unversehens selbst mitten im Schlamassel steckt. Wie es sich bei einer Komödie gehört, lösen sich am Ende jedoch die Probleme und alle sind (mehr oder weniger) glücklich und zufrieden. Unter der Regie von Jürgen Schick, der selbst viele Jahre in Beeden als Schauspieler auf der Bühne stand, brachte das Ensemble eine tolle Darbietung auf die Bühne, die vom Publikum begeistert gefeiert wurde. Auf Souffleuse Alexandra Kennel war zu jeder Zeit Verlass und Maskenbildnerin Paulina Sutter verwandelte die Darsteller gekonnt in die verschiedenen Charaktere. Bühnenbildner Ingo Lorenz, der für Ton und Technik Zuständige Olli Kennel sowie Roland Berberich (Videoaufzeichnung) komplettierten das Team der Bühnenturner und trugen auch maßgeblich zum Erfolg der Aufführungen bei. Das Publikum belohnte das Team der Bühnenturner sowie die zahlreichen Helfer des Turnvereins vor und hinter der Bühne mit viel Applaus und alle Fans des Volkstheaters können sich auf die Aufführungen im kommenden Jahr freuen! red./jj

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