„Brückentag“ der besonderen Art

Offizielle Freigabe der Niedbrücke – Eine der ältesten Brücken im Land ist wieder

SIERSBURG Einen Brückentag der ganz besonderen Art erlebten die Bewohner der Gemeindebezirks Siersburg am vergangenen Mittwochmittag. Zwar kein Feiertag, aber doch ein Tag zum Feiern und das trotz Dauerregen, war die offizielle Freigabe der Niedbrücke.

Die wurde in den vergangenen anderthalb Jahren grundlegend saniert und für die nächsten Jahrzehnte fit gemacht, wie Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger erklärte.

Ein wichtiger Tag, betonte Bürgermeister Martin Silvanus, sei das für die Gemeinde und mächtig stolz sei er auf das, was da entstanden ist. Erstmals mit richtigen Gehwegen präsentiert sich die wohl älteste Brücke im Saarland. „Ich denke, wir haben hier einen guten Ausgleich geschaffen zwischen den notwendigen Verkehrssicherheitsaspekten und den Anforderungen des Denkmalschutzes“, betonte er. Doch nicht nur die Sorge um die Gestaltung der Brücke, auch das Problem der Verkehrsströme während der Sperrung, sagte er, haben ihn umgetrieben. „Ich weiß, dass es Beschwerden gab, doch das große Chaos ist ausgeblieben. Mein Dank gilt den Anwohnern, die in den vergangenen Monaten viel Verkehr auf den Umleitungs- und Ausweichstrecken ertragen mussten“, erklärte Silvanus.

Viele Leute, sagte Reinhold Jost, der als Umweltminister, aber auch als Ortsvorsteher von Siersburg zur Freigabe der Brücke gekommen war, hätten damals beim Start der Bauarbeiten gesagt: „Über diese Brücke gehe ich noch nicht“. Er lobte in diesem Zusammenhang ausdrücklich das Zusammenwirken vom Landesbetrieb für Straßenbau (LfS), dem Wirtschaftsministerium und der Baufirma Aventas. „Es handelt sich hier nicht um irgendeine Brücke, sondern eine der ältesten im Saarland, die 1560 erstmals urkundlich erwähnt wurde“, erinnerte Jost.

Dass trotz des schlechten Wetters so viele Bürger der Einladung gefolgt waren, sagte schließlich Ministerin Rehlinger, zeige eine gewisse Erleichterung, vielleicht aber auch eine tiefe Verbundenheit zu dieser Brücke. „Sie ist ein infrastrukturelles Element, aber verdient auch der geschichtlichen Betrachtung“, erklärte sie.

Im Jahr 2012, erinnerte Rehlinger, sei zum ersten Mal akuter Handlungsbedarf festgestellt worden. Schwierig sei die Baumaßnahme auch deshalb, weil die Brücke über einem Fließgewässer im Naturschutzgebiet stehe. „Wir wollen auch zukünftig in die Infrastruktur des Landes investieren. Das wird nicht unbemerkt geschehen. Es wird Baustellen, Umleitungen und auch Staus geben. Hier appelliere ich an alle, gegenseitiges Verständnis zu zeigen und den Vorteil für unser Saarland zu erkennen“, sagte Anke Rehlinger.

2,2 Millionen Euro Kosten

Schließlich war es an den offiziellen Gästen aus Kommunal- und Landespolitik, die Barken aus dem Weg zu räumen und eine freie Fahrt über das historische Brückendenkmal zu ermöglichen.

Gekostet hat die Sanierung der Niedbrücke 2,2 Millionen Euro, damit wurde der Kostenrahmen eingehalten, die geschätzte Bauzeit von zwei Jahren konnte um etwa sechs Monate unterschritten werden. ing

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