Bruckner-Konzert in Hülzweiler

Am 29. Oktober mit russischen Musikern aus Kazan und dem Philharmonischen Chor

HÜLZWEILER Im fünften Jahr seiner Freundschaft mit dem Philharmonischen Chor an der Saar ist das Orchester des Staatlichen Konservatoriums aus dem russischen Kazan erneut zu Gast im Saarland:

Am Sonntag, 29. Oktober, 17 Uhr, werden Chor, Orchester und Solisten in der Pfarrkirche „St. Laurentius“ in Hülzweiler konzertieren. Ein außergewöhnliches und anspruchsvolles Programm sakraler Musik wird geboten.

Damit unterstreicht Prof. Leo Kraemer, der Initiator der Russland-Kontakte und spiritus rector der beispielhaften kulturellen und menschlichen Begegnungen mit jungen russischen Musikern zum wiederholten Male die Bedeutung der Kultur für die Pflege der Völkerfreundschaft. Dies ist in Zeiten schwieriger internationaler Beziehungen nicht hoch genug zu bewerten.

Die Besucher erwartet ein reines Bruckner-Konzert. Leo Kraemer rückt den spätromantischen Komponisten und großen Einzelgänger der Musikgeschichte, Anton Bruckner, in den Mittelpunkt. Mit der d-Moll-Messe, seinem Requiem und dem machtvollen Te Deum werden die Zuhörer Musik erleben, die von tiefer Gläubigkeit geprägt ist, aber auch von unerschöpflicher Phantasie und unnachahmlicher Tonsprache.

Obwohl noch der Tradition der Wiener Klassik verbunden, bietet die d-Moll-Messe völlig Neues: oft einstimmig geführte Vokalteile, die zu zentralen Textstellen treiben und dann in verdichteten Klängen ihre Ausdeutung finden, wobei die Musik in romantischen Klängen schwelgt.

Die d-Moll-Messe

Die d-Moll-Messe, die erste von drei Messen, verhalf Bruckner zum endgültigen Durchbruch: Kritiker und Zeitgenossen feierten den immensen Erfolg.

Bruckners erste größere Komposition war das 1848 entstandene Requiem, also ein Frühwerk, mit den Requiemvertonungen der Wiener Klassik von Mozart und Cherubini vergleichbar. Das Konzertprogramm beinhaltet zwei Teile des Werkes: den Introitus (Requiem aeternam) und das „Cum sanctis tuis“.

Bruckners Te Deum schließlich als glanzvoller Abschluss des Konzertes, trat schon bald nach der Uraufführung 1886 in Wien seinen Siegeszug durch die Welt an.

Höhepunkt: das Te Deum

Es war mit unbeschreiblichem Jubel aufgenommen worden. Kaiser Franz-Joseph soll sich so beeindruckt gezeigt haben, dass er dafür den Franz-Joseph-Orden verlieh. Als „Stolz meines Lebens“ bezeichnete Bruckner das Te Deum. Daher hat man dem Komponisten die Ehre erwiesen, an seinem Grab unter „seiner“ Orgel im Stift St. Florian die Schlusszeile des Te Deums anzubringen: „Non confundar in aeternum“ - In Ewigkeit werde ich nicht zuschanden“.

Das Bruckner-Projekt ist Teil einer Konzertreise der drei Ensembles. Die Stationen sind neben Hülzweiler das Historische Museum der Pfalz in Speyer und die Basilica di Sant‘Ignazio di Loyola in Campo Marzio in Rom im Rahmen des Festival Internationale di Musica e Arte Sacra. Dort wird man am 5. November gastieren.

Großen Anteil am Gelingen der Konzerte wird das Orchester mit den rund 80 Musikern aus Kazan haben. Ihr Engagement und Ihre Begeisterung, in Deutschland und Italien musizieren zu können, kann man bereits an der Tatsache ermessen, dass sie die Strapazen auf sich nehmen, mangels finanzieller Möglichkeiten über 3000 Kilometer mit Bussen zu den Konzertorten anzureisen.

Die jungen Musiker, die eine hohe Musikalität ausstrahlen, mit dem Philharmonischen Chor an der Saar und dem Ensemble PalatinaKlassik aus Rheinland-Pfalz zu erleben, wird ein besonderer Kunstgenuss sein. Die Solopartien singen Susanne Bernhard (Sopran), Susanne Schaeffer (Alt), Oscar de la Torre (Tenor) und Heikki Kilpeläinen (Bariton).

Tickets gitbt‘s bei Pieper Bücher in Saarlouis, Haushaltswaren Geraldy in Hülzweiler, bei der Gemeinde Schwalbach und bei den Chormitgliedern. red./am

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