Brahms Deutsches Requiem und Schicksalslied

Oratorienchor Saarbrücken und Musiker der DRP am 11. November in der Ludwigskir

SAARBRÜCKEN Der Oratorienchor Saarbrücken und Musiker der Deutschen Radiophilharmonie führen am Samstag, 11. November, 20 Uhr, in der Saarbrücker Ludwigskirche „Ein Deutsches Requiem“ und „Schicksalslied“ von Johannes Brahms auf. KMD Annemarie Ruttloff dirigiert den Oratorienchor Saarbrücken und die Musiker der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken Kaiserslautern. Die Solopartien übernehmen Konstanze Ruttloff (Sopran) und Markus Matheis (Bariton).

„Mich hat dieses Requiem ergriffen, wie noch nie eine Kirchenmusik.“ Diese Worte Klara Schumanns, im Tagebuch nach der Uraufführung des „Deutschen Requiems“ im Bremer Dom am 10. April 1868 notiert, stehen stellvertretend für den ungeteilten Zuspruch, den das Werk beim Publikum fand und bis heute findet. Brahms gelang mit diesem Werk der Durchbruch und er erreichte internationale Anerkennung als Komponist.

Das Werk entstand, angeregt durch den Tod Robert Schumanns und der Mutter des Komponisten, in der Zeit zwischen 1861 und 1868. Die dichterische Vorlage ist losgelöst vom lateinischen Text der Totenmesse, dessen neunteilige Gliederung die Requiem-Tradition seit dem 16. Jahrhundert weitgehend bestimmt hat. In den sieben Sätzen des Brahmsschen Requiems vertont der Meister von ihm selbst ausgewählte Bibelstellen des Alten und Neuen Testamentes in deutscher Sprache.

Im „Deutschen Requiem“ ist kein Platz mehr für Hölle und Fegefeuer, Verdammnis und „dies irae“. Brahms schafft eine eigene sehr menschliche Sicht von Leben und Tod, die die Vergänglichkeit des Menschen und die Tragik des Todes mit Ewigkeitshoffnung, Tröstung und Zuversicht besingt. Es ist weniger eine „missa pro defunctis“, eine Messe für die Toten, als vielmehr Musik für die noch Lebenden, die eigentlich der Ruhe und des Trostes bedürfen.

Eröffnet wird das Konzert mit dem „Schicksalslied op. 54“ (1871 erschienen), einer groß angelegten chorsymphonischen Vertonung des gleichnamigen Gedichts aus Friedrich Hölderlins Briefroman „Hyperion“. Hölderlins dreistrophiges Gedicht befasst sich mit dem Menschlichen schlechthin. Zwei Strophen sind den „seligen Genien“ in „höheren Gefilden“ gewidmet, die dritte beschreibt nüchtern das Leid der Menschen auf Erden, die Trennung zwischen dem Menschlichen und Göttlichen.

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