Barrierefrei wohnen, selbstbestimmt leben

(djd/pt). Fast jeder vierte Deutsche wird bis 2020 der Altersgruppe der 50- bis 65-Jährigen angehören, und auch der prozentuale Anteil der Menschen über 65 nimmt aufgrund der seit 100 Jahren kontinuierlich steigenden Lebenserwartung zu. Die Folgen des demografischen Wandels machen sich nicht nur auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Auch das selbstbestimmte Leben und Wohnen im Alter wird zu einem wichtigen Thema.

Das Interesse an altersgerechten Umgestaltungen von Wohnraum ist bei den Haus- und Wohnungsbesitzern groß. Als Hauptgrund dafür gaben fast 80 Prozent der Teilnehmer einer aktuellen Studie zum Thema "Wohnwünsche und barrierefreier Wohnkomfort" an, dass sie möglichst lange in ihrem eigenen Zuhause leben möchten. Die Studie ist ein Gemeinschaftsprojekt der Verbraucherschutzorganisation Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB), des Instituts für Bauforschung (IFB) Hannover und des Verbandes Wohneigentum e.V. Laut der Befragung sind Maßnahmen zur altersgerechten Umgestaltung des Wohnraums zum Teil bereits geplant oder sogar schon durchgeführt. Die Finanzierung erfolgt in den meisten Fällen über Eigenmittel - staatliche Förderungen, etwa über das KfW-Programm "Wohnraum modernisieren", werden bisher nur in geringem Umfang genutzt oder beantragt.

Dieses Ergebnis deckt sich mit den Praxiserfahrungen von Bauherrenberatern. Obwohl interessiert, informiert und engagiert, schöpfen viele Eigentümer die vorhandenen Möglichkeiten der Beratung, Finanzierung und Förderung nicht aus und nutzen so ihre Chancen für barrierefreie Umbauten nicht im vollen Umfang. Tipps und Hinweise zum Thema gibt der Ratgeber "Wohnraum barrierefrei umbauen", der unter www.bsb-ev.de kostenlos heruntergeladen werden kann.

Die Beseitigung von Stolperfallen, die Schaffung von Sitzmöglichkeiten und das Umstellen von Mobiliar zählten in der Studie "Wohnwünsche und barrierefreier Wohnkomfort" zu den Maßnahmen, die am häufigsten bereits durchgeführt wurden. Viele Eigentümer haben zudem Türschwellen entfernt und rutschfeste Bodenbeläge eingebaut, und gut ein Drittel ihre Beleuchtungssituation verbessert. Bei aufwendigeren Umbaumaßnahmen liegen die Verbreiterung der Türen, der Umbau der Sanitärräume und das Versetzen von Schaltern und Steckdosen vorn.


Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de