Ausstellung: Jazz.

Bilder von Annette Zewe und Fotos von Elfi Kleiß in der Kreativ Werkstatt

UCHTELFANGEN Am Samstag, 25. November um 18 Uhr eröffnen Annette Zewe und Elfi Kleiß ihre gemeinsame Ausstellung in der Kreativ Werkstatt in Uchtelfangen, Zeppelinstraße 24. Das Motto ist Jazz.

Elfi Kleiß ist die künstlerische Leiterin der Illinger Jazz Lounge. Bei ihr lag das Thema nahe. Annette Zewe schloss sich dem Motto gerne an. Sie nähert sich dem Jazz über die Instrumente und die Stimmungen, die die Musiker „malen“.

Annette Zewe

„Am Anfang“, so Annette Zewe, „ist immer eine Idee in meinem Kopf, eine Vorstellung von dem, wie das Bild später sein soll, doch im Prozess des Malens verändert sich die Vorstellung. Die unterschiedlichen Techniken, die ich beim Malen anwende, haben durchaus auch ein Eigenleben. Sie korrespondieren aber stets mit der Idee.“

Wichtig ist es dann, den Punkt zu finden, an dem das Bild fertig ist. Aber dafür hat Annette Zewe ein sehr sicheres Gefühl, das ihr rechtzeitig sagt: jetzt ist es so weit! Auch das Weglassen, das Reduzieren gehört zu diesem Prozess, denn der Betrachter soll Raum für eigene Interpretationen und Gefühle haben. Was wäre ein Bild, ohne die Resonanz, die es in der Seele des Betrachters findet?

Der Schaffensprozess der Bilder von Annette Zewe erinnert ein wenig an die Soli großer Jazzmusiker. Auch sie erzählen, dass am Anfang jeder Improvisation die Vorstellung von einem Klang, einem Sound steht. Im Verlauf des Solos aber verändert sich die Vorstellung und auch hier sagt das musikalische Empfinden ganz deutlich, wann der Schlusston gesetzt werden muss.

Elfi Kleiß

Während in Annette Zewes Bildern der Schaffensprozess, der Verlauf ein integraler Bestandteil des Bildes ist, leben die Fotos von Elfi Kleiß vom richtigen Augenblick, vom alles entscheidenden Moment, entschlossen auf den Auslöser zu drücken.

Aber was ist der entscheidende Moment bei solch unterschiedlichen Musikern wie Nils Landgren, Martin Tingvall, Till Brönner, Ida Sand, Maceo Parker, Michael Wollny und vielen anderen? Oft bildet sie die Musiker im Moment höchster Intensität ab. Der Akkordeonist Vincent Peirani hatte wahrscheinlich kurz bevor Elfi Kleiß den Auslöser drückte noch lächelnd in´s Publikum geschaut, nun aber zeigt er dem Betrachter mit geschlossenen Augen, dass er am siedenden Höhepunkt seines Solos angekommen ist.

„Diese Momente“, so die Fotografin, „kann ich nicht vorhersehen, aber ich fühle sie deutlich. Wenn du kein Gespür für die Musik hast, wirst du den richtigen Zeitpunkt nie erwischen.“

Die Fotos von Elfi Kleiß sind sehr persönlich, man spürt die große Sympathie, die sie jedem Einzelnen entgegen bringt – und die überträgt sich auf den Betrachter. Der richtige Moment ist nicht immer der, der höchster Ekstase. Den Bassisten Dan Berglund beispielsweise hat sie in fast meditativer Ruhe abgebildet. Auch das ist typisch für ihn, denn er gibt jeder Formation in der er spielt mit dem mächtigen Glockenklang seines Instruments Ruhe und Sicherheit. Auch die Erschöpfung, die körperliche Anstrengung sieht man den Musikern an.

Kleiß bearbeitet die Bilder nicht mit Fotoshop nach. „Nein, wozu? Die Falten gehören doch dazu, jede einzelne kann eine Geschichte aus dem Leben des Musikers erzählen – und macht ihn oder sie unverwechselbar. Jedes Bildmoment das ich erlebe und dokumentiere ist ein Unikat, so wie jedes Jazzkonzert ein Unikat ist!“

Infos

Die Ausstellung ist geöffnet vom 25. November bis zum 14. Januar 2018. Interessenten wenden sich bitte an info@grafik-handmade.de oder an elfi.kleiss@icloud.com gerne auch an norbert.zewe@gmail.com.

Bei der Vernissage am Samstag ab 18 Uhr präsentieren sie die Bilder selbst. Die beiden Künstlerinnen freuen sich, wenn sie angesprochen werden. Karl-Heinz Zuschlag mit seinem Trio „Joyspring“ liefert den Soundtrack dazu: Jazz.red./eck

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