Aus dem Stadtfest werden Bliestage

Mit neuem Konzept und neuem Namen soll das Neunkircher Stadtfest attraktiver werden

NEUNKIRCHEN „Bliestage Neunkirchen – mein Stadtfeschd“, unter diesem Namen soll das Neunkircher Stadtfest wieder attraktiver werden. Dies erläuterte der Geschäftsführer der Neunkircher Kulturgesellschaft Uwe Wagner gemeinsam mit Fabian Eckel von AC Press im Rahmen eines Pressegesprächs. Die AC Press, die seit Jahren durch die Organisation der Neunkircher Messe in der Stadt präsent ist, wurde nun auch von der Kulturgesellschaft engagiert, neue Pläne für das Stadtfest zu entwickeln.

Zwar wurde in diesem Jahr das 40. Stadtfest gefeiert, bei dem wieder knapp 80000 Besucher waren, dennoch hat die Kulturgesellschaft in den letzten Jahren immer wieder zu hören bekommen, dass das Fest zunehmend an Attraktivität verlieren.

„Früher war alles besser“, zitiert Wagner die Einwände der Besucher und der Vereine, die einen großen Teil der Stände übernehmen. „Aber früher war auch alles anders“, erläutert er weiter. Die Rahmenbedingungen haben sich geändert, alles sei teurer geworden und das bei gleichen Budget der Kulturgesellschaft seit Jahren.

Die Zahl der Feste habe inflationär zugenommen, ausweichen könne man da nicht mehr. Die Besucher sind mobiler geworden, fahren auch mal weiter, um aus andere Feste zu kommen. Und auch die Zahl der Vereine und damit die Zahl der Ehrenamtlichen habe abgenommen, sodass es immer schwerer werde, einen Stand über drei Tage zu besetzen.

GEMA killt Stadtfeste

Und dann vor allem die finanzielle Situation. Allein die GEMA kostet etwa zehn Prozent des gesamten Budget von etwa 100000 Euro. „Wir haben drei Jahre gerungen“, erklärt Wagner. „Die neue Lösung ist nicht optimal, aber die bestmögliche.“

Topact auf der Hauptbühne

Für Fabian Eckel ist das Stadtfest eine besondere Herausforderung. Der Projektmanager von AC Press will erreichen, dass sich die Bliestage von den Festen der Umgebung wieder abhebe. Dazu werde es auf jeden Fall wieder einen überregional bekannten Künstler auf der Hauptbühne auf dem Stummplatz geben, was natürlich nur mit Medienpartner oder Sponsor zu erreichen sei.

Nach dem Abriss der Keksdose werde der Lübbener Platz stärker in das Fest eingebunden. Hier sollen auch die Vereine ihre neue Bleibe bekommen, unmittelbar an der Bühne, damit sie von den vielen Besucher besser profitieren könnten. Auch werde es Erlebniszonen geben, an denen sich die Vereine vorstellen können.

Bliespromenade integriert

Der frei gewordener Untere Markt werde als Kirmesplatz genutzt. Und eine ausgelassene Partystimmung soll an der Bliespromenade entstehen, die im nächsten Jahr erstmals ins Stadtfest integriert werde. Hier wolle man vor allem junge Menschen ansprechen.

„Klasse statt Masse“, erläuterte Eckel, der damit nicht nur die Kultur, sondern auch das Kulinarische meint, das aufgewertet werden soll. Hier werde man die Lindenallee nutzen.

Wie Vereine und Besucher das neue Konzept annehmen, bleibt nun abzuwarten. Und übrigens, das 41. Neunkircher Stadtfest oder die 1. Bliestage Neunkirchen finden vom 22. bis 24. Juni statt.eck

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