1 000 Kilometer Fußwallfahrt

Peter Becker zeigt in St. Wendel in einer Multivisionsshow seine Reise über den Camino de la Plata

ST. WENDEL Der Saarländer Peter Becker fuhr mit seinem Fahrrad nach Rom, Moskau, über die Route 66 nach Los Angeles, nach Sydney und ans Schwarze Meer. Wenn man ihn jedoch fragt, was hat dich am meisten geprägt, dann heißt die Antwort: der Jakobsweg. Dreimal war er zu Fuß und mit dem Fahrrad in Santiago, eine fünfte Pilgerreise ist in Planung.

Am Mittwoch, 20. September, um 18 Uhr, können Interessierte ihn im Eventraum der Cafeteria im Globus SB-Warenhaus St. Wendel in einem weiteren Vortrag der „Freunde des Abenteuermuseums“ auf einen der weniger bekannten Wege begleiten, dem Camino de la Plata bis nach Santiago und darüber hinaus zum Marienwallfahrtsort Muxia und letztendlich zum „Ende der Welt“, zum Cabo Fisterra.

Gestartet wird in der Semana Santa in der alten Maurenstadt Sevilla. Eine Traumstadt im Festtagskleid der Woche vor Ostern. Selbst Stehplätze sind bei den nächtlichen Prozessionen Mangelware.

Froh, dem Trubel zu entkommen, führt Beckers Weg durch die Extremadura zunächst in die von Kaiser Augustus gegründete Stadt Merida. „Die Römer sind hier noch nicht lange weg“, meint Becker, „man kann sie noch überall spüren.“

Nächstes Ziel ist Caceres, Weltkulturerbe und Stadt der Störche. Auf einer einzigen Kirche stehen fast 20 Nester. Zum Teil noch von den Römern gepflasterte Straßen führen weiter nach Salamanca – ebenfalls Weltkulturerbe und bereits im 16. Jahrhundert eine der wichtigsten Universitäten Europas.

Auch Ourense und Zamora, Stadt der Romanik, wären eine eigene Reise wert, sind aber nur Etappen auf dem Weg nach Santiago. 2000 Jahre Geschichte auf Schritt und Tritt.

Peter Becker: „Sicherlich hinterlassen sie unvergessliche Eindrücke, das wichtigste sind aber die mehr als 1000 Kilometer Fußwallfahrt dazwischen, die Kontakte mit den Menschen, dem alten Mann, der die schönsten Jahre seines Lebens mit St. Wendel verbindet, ohne jemals dort gewesen zu sein, den gastfreundlichen Spaniern, den Gesprächen mit Pilgern aus der ganzen Welt, den spirituellen Gedanken in den Klöstern und Kirchen am Weg und viele Stunden in Ruhe und Einsamkeit.

Die Besucher erwartet an dem Abend eine spannende Pilgerreise, Bilder, Musik und Reiseerlebnisse. Aber auch, wer sich selbst mit dem Gedanken trägt, sich auf den Weg zum Grab des Apostels zu begeben wird sicherlich Tipps und Ratschläge aus erster Hand erwarten können. Muscheln und gelbe Pfeile zeigen den Weg. Der Eintritt ist frei. red./hr

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