Widerstand gegen Umgehungsstraße

Bürgerinitiative hatte zu einer Informationsveranstaltung geladen

BEEDEN Der seit Jahrzehnten von Anwohnern in Schwarzenbach/Schwarzenacker und von Teilen der Homburger Politik geforderte Bau einer B-423-Umgehung durch die Erbach- und Bliesaue südlich Homburg und Beeden soll nach Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan 2030 im Jahr 2019/20 in Angriff genommen werden.

Hiergegen wehrt sich eine in Beeden gegründete Bürgerinitiative (BI), die letzten Mittwoch zu einer Informationsveranstaltung in der Beeder Fischerhütte eingeladen hatte, an der ca. 250 Personen teilnahmen.

Der Sprecher der BI, Bernhard Kuntz, betonte, dass man sich bei der Ablehnung nicht gegen die heute von der Verkehrsbelastung Betroffenen stelle, zumal nach den Planungsunterlagen auch nach der Entlastung noch eine große Menge Verkehr durch beide Orte rollen würde. Zudem entstünden durch die Umgehungsstraße zusätzliche Lärmbelästigungen auch für deren Einwohner.

Zusätzliche Lärmbelästigung

Der BI, so Kuntz, gehe es neben der Abwehr neuer Verkehrs- und Lärmbelästigungen für Teile von Homburg, insbesondere in den Gebieten „An den Schrebergärten“ und „Am Steinhübel“, in Teilen von Schwarzenacker/Schwarzenbach, sowie Beeden und Wörschweiler in erster Linie um die Verhinderung der endgültigen Zerstörung der von den Planern mit 2,3 Millionen Ökopunkten bewerteten Natur- und Erholungslandschaft der Erbach- und Bliesaue südlich von Beeden mit ihren stark frequentierten Spazier- und Fahrradwegen mit Anschluss an die Biossphäre Bliesgau.

Zerstörung der Natur- und Erholungslandschaft

Am stärksten betroffen wäre der Beeder Ortsteil „Am Zweibrücker Wasserwerk“, der nicht nur sehr nahe der neuen Strecke liegt, sondern künftig auch keinen direkten Zugang zu Beeden über die Jägerhausstraße mehr haben werde, die kreuzungslos von der neuen Trasse überquert werde. Selbst zu Fuß und mit dem Fahrrad müsse man dann über die alte B 423 und die Neue Industriestraße einen Umweg von 3,5 Kilometer beispielsweise zur KiTa, zur Grundschule oder zur Kirche in Beeden in Kauf nehmen. Besorgt zeigte sich Bernhard Meyers (stellvertretender Sprecher der BI) als Umweltmediziner auch über die potenziellen Gesundheitsgefahren besonders für die Sport treibenden Jugendlichen auf den der Trasse naheliegenden Sportplätzen des Johanneums.

Winfried Anslinger für den NABU Homburg betonte abschließend die besondere Bedeutung der hier bedrohten Ökolandschaft und verglich die Zahl von 2,3 Millionen Ökopunkten mit der Zahl von 10000 Ökopunkten, die beim Bau einer Neubausiedlung „verbraucht“ würden. Er zeigte auch auf, wie den Anwohnern der B 423 in Schwarzenacker/Schwarzenbach für im Vergleich zu den für die neue Straße veranschlagten 34,4 Millionen Kosten durch Übernahme der Kosten für den Einbau von Lärmschutzfenstern und für den Einbau moderner Umluft-/Wärmetauschsystemen in den Häusern auch ökologisch sinnvoll geholfen werden könnte. Zumindest ein Nachtfahrverbot für LKW würde weitere Erleichterung schaffen.

In der offenen Diskussion war viel Zustimmung von Seiten der Zuhörer zu erfahren. Dies spiegele sich nach Angaben der Veranstalter auch in 180 Unterschriften wieder, die an dem Abend gegen das Projekt geleistet worden sein sollen. red./jj

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